Selbstfürsorge für Therapeuten, Coaches, Trainer und Berater: So kannst Du das Hamsterrad stoppen

Selbstfürsorge für Therapeuten und Berater: überlasse das Hamsterrad dem Hamster

Ich höre noch heute den ohrenbetäubenden Knall dieser Ohrfeige. „Glaubst Du wirklich, dass Deine Patienten oder Dein Chef die Inschrift Deines Grabsteins finanzieren werden, auf dem dann steht: sie war unermüdlich für alle da?", hörte ich meine allerbeste Freundin sagen.

Wir schreiben das Jahr 2014. Hohe Erwartungen an mich als Psychologin, Überstunden, Fortbildungen und viel zu wenig Selbstfürsorge hatten mein Immunsystem gekillt. Ich lag mal wieder krank im Bett.

 

Dieser eine Satz hat mich wachgerüttelt. Seither habe ich sehr viel über Selbstfürsorge gelernt.

Woran denkst Du als Erstes, wenn Du das Wort Selbstfürsorge hörst? An eine Badewanne voll mit duftendem Schaum bei Kerzenlicht? An ein gutes Buch auf der kuscheligen Couch? An eine Runde laufen, während Dir die frische Luft Dein Gedankenfach frei pustet? An einen lustigen Mädelsabend?

 

Und wenn Du im Zusammenhang mit Deinem Beruf an Selbstfürsorge denkst – welcher Gedanke kommt da als Erstes ans Tageslicht? Der Wunsch nach Teilzeitarbeit? Größere Pausen zwischen den Terminen? Weniger Druck, Geld zu verdienen? Öfter Nein sagen wollen? 

Was ist eigentlich Selbstfürsorge

Was ist Selbstfürsorge - die Wahl zwischen Sabbatical oder Burnout?

 

Selbstfürsorge ist ein Thema, das gerade sehr „in“ ist. Viele Blogartikel, Studien, Bücher und auch die typischen Frauenzeitschriften beschäftigen sich ständig mit Themen wie Achtsamkeit, Me-Time, Sabbatical und so weiter.

 

Auf meiner Suche nach einer ordentlichen Definition ist mir aufgefallen: das Wort Selbstfürsorge steht nicht im Duden. Es gibt darüber keinen Wikipedia-Eintrag. Man findet auf verschiedensten Seiten sperrige Definitionen. Und irgendwie bekommt man das Gefühl, Selbstfürsorge sei Ansichtssache.

 

Um einmal ein Gespür dafür zu bekommen, worum es geht, werfe ich ein paar Worte in den Ring: Psychohygiene, Selbstfreundlichkeit, Selbstmitgefühl, Selbstverantwortung. Schwirren Dir schon die Buchstaben vor den Augen? Ich versuche es nun einmal, einfacher zu machen.

Selbstfürsorge heißt: liebevoll mit sich selbst umgehen – und zwar jeden Tag - lebenslang. Es reicht nicht zu sagen: habe ich doch eh vor zwei Monaten getan.

 

Und was mir auch sehr gut gefällt ist die Definition von Tatjana Heidemann (2020): Sie sagt Selbstfürsorge sei „lebensbejahend, weil sie alle Tätigkeiten einschließt, die dazu dienen, Wohlbefinden und Gesundheit aufrecht zu erhalten, zu fördern, wiederherzustellen oder zu verbessern“. 

 

In Summe geht es also darum, achtsam wahrzunehmen, welche Gedanken und Emotionen gerade vorliegen. Welche Bedürfnisse daraus entstehen. Und was man tun kann, um diese zu erfüllen. So erhält man sich gesund.

 

Heidemann betont aber noch etwas sehr Wichtiges: Selbstfürsorge ist eine angeborene Fähigkeit. Das heißt, wir können das grundsätzlich schon. Wir müssen nur wieder lernen, es anzuwenden.

 

Denn dummerweise gibt es in unserem Alltag etwas, was diese angeborene Fähigkeit untergräbt. Wer kennt sie nicht, die inneren Antreiber?

·        „Ich muss mich perfekt auf die Sitzung mit dem Klienten vorbereiten.“

·        „Ich muss mich richtig anstrengen, damit der Klient auch die nächste Sitzung bucht.“

·        „Mein Klient kann nur am Freitag Nachmittag zum Termin kommen. Das ist aber die Zeit, die ich normalerweise mit meinem Kind und meinem Mann verbringe. Was mache ich jetzt nur? Ich will es doch allen Recht machen.“

·        „Nur noch schnell etwas trinken….“

·        „Mein Opa ist gestorben – aber ich bin stark, gehe in die Praxis und lasse mir nichts anmerken.“

 

Neben den Antreibern wirken da auch noch jede Menge Lebensskriptsätze in uns, die uns davon abhalten, sich um unser tiefstes Wohl zu kümmern. Als Beispiel seien genannt:

 

·        Ich bin nicht wichtig

·        Ich darf nicht glücklich sein

·        Ich schaffe das sowieso nicht

·        Ich bin nicht richtig so wie ich bin

 

Die Aufgabe jedes einzelnen Coaches und Therapeuten ist also nicht, aufwändigst Selbstfürsorge von der Pike auf zu lernen. Sondern nur, den Anteil, der in einem schreit „Pass auf Dich auf, tu Dir was Gutes, sei nett zu Dir“ hörbar zu machen und danach zu handeln. 

Selbstfürsorge 2022

Selbstfürsorge für Psychotherapeuten - so viel mehr als Journaling

Der Trend geht zu täglichem Journaling. Mindestens 15 Minuten Yoga – am besten schon morgens. Detox-Kuren. Umstellung auf vegane Ernährung. Schweige-Retreats im Kloster.

 

Was haben jedoch all diese Dinge gemeinsam? Sie sind zeitaufwändig und/oder teuer. Sie passen selten in unser Leben. Aber wir probieren das aus. Weil Influencer x, Coach y und Bestseller-Autor z das gesagt haben. Dann muss es ja gut sein, oder? Wir machen das einmal. Halten das zwei Wochen durch: und dann Alltag fressen Seele auf. Alles ist wieder beim Alten. Und man fühlt sich schlecht. Schon wieder versagt, was Selbstfürsorge angeht.

 

Um konstant liebevoll auf sich zu achten, braucht es Verhaltensweisen, die sich für uns natürlich anfühlen. Die uns entsprechen. Die zu unserem Alltag passen. So geht Selbstfürsorge 2022.

 

Es ist geradezu absurd, aus Stress ein Programm zu buchen, dessen Anwendung noch mehr Stress in meinem Leben verursacht. Das wäre ja gerade so, als würde man schön in der Badewanne liegen. Das Wasser wird langsam kalt, man beginnt zu frösteln – und lässt kaltes Wasser nachlaufen. 

Warum braucht es überhaupt Selbstfürsorge für Therapeuten, Coaches, Trainer und Berater?

 

Hast Du auch das Gefühl, als würden die Anforderungen im täglichen Leben immer mehr? Höher, schneller, weiter. Immer besser werden. Die Gesellschaft gibt das Tempo vor und suggeriert uns gleichzeitig, dass wir mithalten müssen.

 

In Deinem sozialen Beruf bist Du sehr gefordert. Du bist für Deine Klienten da. Möchtest richtig gute Arbeit leisten. Machst Dir viele Gedanken. Versuchst in der Sitzung das Bestmögliche aus Dir herauszuholen, um die Menschen auf ihrem Veränderungsweg zu begleiten. Hörst Dir ihre Themen an. Bekommst den ganzen Rotz, der sich oft jahrzehntelang in einem Menschen angestaut hat, mit Hurra vor die Füße gekotzt. Nur um manchmal zu hören: „Puh, ganz schön viel Geld für eine Stunde.“ Oder „Das finde ich jetzt aber richtig schade, dass Sie nächste Woche keinen freien Termin mehr für mich haben.“ Oder auch beliebt: „Ich dachte mein Problem wäre in einer Sitzung gelöst.“

 

Was ich auch als Tendenz in meiner Praxis erlebe: Die Menschen kommen häufiger mit Mehrfachdiagnosen oder Problem-Bündeln. Bei den meisten sind die Beschwerden chronifiziert. Sie suchen spät Hilfe. Parallel steigen aber die Erwartungen daran, wie schnell das Problem gelöst werden soll. Und es begegnet mir immer wieder das Bild des Therapeuten/Coach/Berater als Heilsbringer, der ja nur seine Kraft gut genug einsetzen muss, um gesund zu machen, ohne dass der Klient selbst etwas dafür tun muss. Und falls Du bemerkst: der Klient wäre in einer Klinik, beim Psychiater etc. besser aufgehoben – na dann viel Spaß beim Suchen. Ohne Vitamin B ein langwieriges Unterfangen.

 

Auch wenn wir gut ausgebildet wurden und funktionierende Abgrenzungsmechanismen haben: immer wieder stehlen sich Fälle durch die Absperrung und gehen uns direkt unter die Haut. Heimlich, still und leise, aber mit Nachdruck.

 

Und dann ist da ja noch das Problem, Beruf, Familie, Freunde und Zeit für sich selbst unter einen Hut bekommen zu müssen.

 

Lass mich also festhalten. Es gibt da die Anforderungen der Gesellschaft. Das, was Dein näheres Umfeld von Dir verlangt. Deine eigenen Ziele. Die Herausforderungen, die ein Arbeitsalltag im sozialen Beruf mit sich bringt. In Kombination mit dem Idealbild eines Behandlers, das Du erfüllen möchtest. Und dann gelingt es Dir manchmal nicht ganz, den Rucksack abzulegen, wenn Du nach Hause gehst.

 

Ideale Voraussetzungen für ein Hamsterrad-Dasein. Manchmal bemerkt man erst, dass man sich darin befindet, wenn es sich schneller dreht als man auf Dauer laufen kann. Wenn einem die Puste ausgeht, weil man einfach schon zu lange rennt.

 

Selbstfürsorge für Psychotherapeuten - aussteigen aus dem Hamsterrad

 

Kennst Du einen Hamster, der 24 Stunden in seinem Rad unterwegs ist? Das wäre unnatürlich. Und der Hamster würde höchstwahrscheinlich ziemlich früh tot umkippen.

Ich finde, wir können von Hamstern lernen. Sie schlafen ausreichend. Sie richten sich ihre Höhle so richtig kuschelig und gemütlich mit ganz viel Hamsterwolle ein. Sie hauen sich ihre Körner rein – aber nicht permanent über den Tag verteilt, sondern in großen Portionen mit Pausen dazwischen. Sie bewegen sich regelmäßig auf ihrem Rad. Klingt doch eigentlich gar nicht so schlecht, oder?

 

Aber noch einmal zurück zu uns und dem Hamsterrad – damit man in keines hineingerät oder aus einem aussteigen kann, braucht es Selbstfürsorge. Es braucht diese aktive Fähigkeit, liebevoll und achtsam mit sich selbst umgehen zu können, um nicht Raubbau mit unseren Kräften, unseren Ressourcen, unserem Körper zu treiben. Damit Du nicht Energie einbüßt wie ein Duracell-Häschen, dem man die Batterie herausgenommen hat.

 

Das Problem ist aber jetzt: nur weil ich weiß, dass ich Hamsterrad-gefährdet bin oder mich in einem befinde, kann ich meine Situation noch lange nicht ändern. Es braucht ganz konkrete Veränderungen. Für die meiner Meinung nach ersten und wichtigsten drei Dinge, bei denen Du ansetzen solltest, lies einfach weiter.

Selbstfürsorge für Therapeuten, Coaches, Trainer und Berater: Die richtigen Klienten

Selbstfürsorge - mit welchen Klienten möchte ich arbeiten?

 

Alles beginnt im Kopf. Arbeitest Du mit jedem, der sich bei Dir meldet? Alle Problemarten durch die Bank? Egal ob Du mit jemandem gut zurecht kommst oder nicht? Egal ob es Dein Fachgebiet ist oder nicht? Vielleicht noch unter dem Deckmantel des Gedankens: ich liebe die Vielseitigkeit? Oder unter dem Druck, als Selbstständiger Geld verdienen zu müssen?

 

Das ist oft anstrengend, zäh, energieraubend. Du verbringst Lebenszeit mit etwas, was sich nicht richtig anfühlt – und bist in der Folge auch nicht so gut wie Du sein könntest. Das Hamsterrad dreht sich.

 

Werde zum Hamsterrad-Stopper!

 

Stell Dir selbst folgende Fragen und bastle daraus Deine Haupt-Zielgruppe:

 

·   Welches Themengebiet bereitet Dir am meisten Freude? Und zwar nicht nur heute, sondern voraussichtlich auch noch in 5 Jahren?

·        Worin bist Du fachlich der absolute Experte?

·        Mit welchen Klienten fühlt sich die Arbeit leicht an?

·        Was haben alle Klienten gemeinsam, die Du besonders gerne magst?

·        Mit welchen Klienten hattest Du bisher die besten Erfolge?

 

Marcella hat zu diesem Thema mit mir als Mentorin gearbeitet – in einem 1:1 Strategienachmittag Sie hat dabei herausgefunden, dass sie ausschließlich mit Kindern arbeiten möchte. Und zwar mit dem Thema Schulangst und Leistungsdruck. Sie spürt, dass sie von Herzen mit diesem Thema arbeiten möchte, weil sie selbst als Kind damit zu kämpfen hatte. Als Heilpraktikerin für Psychotherapie mit Hypnose-Ausbildung hat sie nun endlich die Methoden dazu, helfen zu können. Was sie vor allem anbieten möchte ist Gruppenarbeit – so dass die Kinder merken, dass sie nicht alleine sind und von den Fortschritten des jeweils Anderen profitieren können. Gerade entwickelt sie dazu ihr erstes Angebot.

 

Was sind die für Dich richtigen Klienten?

Selbstfürsorge für Therapeuten, Coaches, Trainer und Berater: Dein Körper

Selbstfürsorge beginnt beim Körper - achte auf gesundes Sitzen

 

Rückenschmerzen, Verspannungen, Kopfschmerzen, Konzentrationsprobleme, Erschöpfung. Nein, das ist nicht die Symptomliste Deines nächsten Klienten. Das ist häufig der Alltag von Behandlern im sozialen Gesundheitsberuf.

 

Sitzende Tätigkeit. Zu wenig Positionswechsel. Unregelmäßige Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme. Das quittiert der Körper nun einmal, indem er je nach Grundkonstitution leise oder lauter meckert.

 

Sorge für Dich. Werde zum Hamsterrad-Stopper!

 

Achte auf diese Dinge in Deinem Praxis-Alltag:

 

· Schaffe Dir einen wirklich bequemen Stuhl für Dich an, am besten einen, der den Lendenwirbelsäulen-Bereich optimal unterstützt. Stelle ihn auf Deine Größe ein. Achte darauf, so wenig wie möglich mit überschlagenen Beinen zu sitzen oder im Stuhl zu „fläzen“. Halte am besten beide Beine fest am Boden.

·      Sorge dafür, dass Du in den Behandlungspausen in Bewegung bist. Ich dehne mich zum Beispiel regelmäßig. Vielleicht bist Du aber eher der Typ Kniebeuge oder Liegestütze? Nur zu.

·    Wenn Du mit Körpereinsatz arbeitest (bei mir zum Beispiel mit Klangschalen), überprüfe Deine Handgriffe: geht etwas auf einer Seite leichter? Geht etwas in einer bestimmten Haltung leichter? Wo lässt sich eine Zwangshaltung aufbrechen?

·     Schaffe Dir das Ritual, in jeder Pause zwischen zwei Klienten etwas zu trinken. So entsteht kein Mangelzustand.

·     Mach auf jeden Fall Mittagspause und versorge Deinen Körper mit ordentlicher Nahrung. Nicht nur dem Mini-Snack zwischen Tür und Angel.

·      Lüfte regelmäßig die Räumlichkeiten durch. Denn Du kennst bestimmt diesen besonderen Mief, der entsteht, wenn intensiv gearbeitet wird. Lass ihn raus und hol Dir frischen Sauerstoff für den nächsten Prozess.

·  Deine Stimme ist Dein absolut wichtigstes Handwerkszeug und als solches absolut nicht selbstverständlich. Achte gut auf sie, pflege und trainiere sie. Tipps findest Du zum Beispiel hier 

Selbstfürsorge für Therapeuten, Coaches, Trainer und Berater: Planung und Struktur

Selbstfürsorge als Coach, Therapeut und Berater: Planung und Struktur hilft

 

Völlig überfrachtete Arbeitstage. Hetzen von einem Termin zum nächsten. Immer das Gefühl, dass die Zeit nicht reicht. Den ganzen Tag das gleiche Thema. Und keine Ahnung, wann man überhaupt jemals in Urlaub gehen kann…

 

Stopp, das muss nicht sein. Werde zum Hamsterrad-Stopper!

 

Stell Dir mal folgende Fragen:

 

·        Machst Du eine Tages-, Wochen- oder sogar Monats-/Jahresplanung?

·        Hast Du feste Vorgaben, nach denen Du vorplanst oder ist das immer anders?

 

     In meiner Praxis hat sich folgende Struktur bewährt (Falls Du (noch) angestellt arbeitest, kannst Du Dich vor allem auf die letzten beiden Punkte konzentrieren):

 

·     Am Ende eines Jahres mache ich eine grobe Jahresplanung für das nächste Jahr. Was will ich beibehalten, weil es gut gelaufen ist, was möchte ich ändern? Welche Projekte möchte ich in dem Jahr unterbringen? Wann will ich in den Urlaub fahren? Welche Zeiten sind für Familie reserviert?

     Nur jeweils einen Monat plane ich detailliert. Mit dieser Jahresplanung stelle ich sicher, dass ich nicht vergesse, Auszeiten zu nehmen. Ich nehme Druck heraus, weil ich schon weiß, was ungefähr kommt, ohne mich zu sehr festlegen zu müssen. Pläne sollen unbedingt flexibel bleiben. Aber ich muss nicht jeden einzelnen Tag überlegen, wo er mich hinbringen soll. Es ist alles auf mein großes Jahresziel hin ausgerichtet.

 

·      Jeweils einen Monat im Voraus mache ich eine detaillierte Monatsplanung. Darin sind schon genau die Arbeitstage festgelegt: wieviele und wann.  Es ist eingetragen, welche freien Termine existieren. So kann ich auf keinen Fall mehr Klienten annehmen als der Kalender hergibt. Übrigens plane ich immer „lange Termine“ für Erstgespräche. Denn da reicht erfahrungsgemäß eine Stunde immer nur knapp. Man neigt zum Überziehen. Und nichts macht mehr Stress als das Wissen, dass der nächste Klient schon vor der Tür wartet und ich einfach noch nicht fertig bin. Das heißt ich rechne mir auf Grund von Durchschnittswerten aus den letzten Jahren aus, wieviele Erstgespräche ich wohl im Januar, Februar und so weiter führen werde und plane dementsprechend viele 90 Minuten-Sequenzen ein.

   Ganz bewusst schaffe ich Platz für Aktenarbeit, Berichterstellung, Vor- und Nachbereitung, Telefonate, Buchhaltung und so weiter. Worauf ich sehr achte ist, dass ich beim Einbestellen der Klienten sehr identische Themen auf unterschiedliche Tage oder sogar Wochen verteile. So passiert es nicht, dass ich fünf depressive Klienten oder fünf Kinderwunsch-Damen an einem Tag habe. Das erschöpft nämlich und lädt ein, die Fakten zu verwechseln. Ich achte auf eine gesunde Mischung.

 

·     Am Montag Morgen erfolgt dann die Wochenplanung für die jeweils nächste Woche. Da wird es dann konkret. Der Name des Klienten steht in meinem Kalender. Ich achte darauf, möglichst immer dieselben Termine zu vergeben. Klient x hat also seine Sitzung immer am Donnerstag um 14 Uhr. Das entstresst sehr und bietet eine angenehme Routine. Ich muss nicht ständig nach einem neuen Termin suchen, mich mit dem Klienten nicht jedes Mal aufs Neue darüber unterhalten, wann er kann und wann nicht. Und der Klient hat nicht so viel Gelegenheiten, seinen Termin zu vergessen.

    Festgehalten sind im Wochenplan auch meine Pausenzeiten. Eine Stunde Mittagspause. Diese nutze ich übrigens meistens so, dass ich eine halbe Stunde zum Essen und frische Luft schnappen habe. Die andere halbe Stunde reserviere ich für Meditation, Selbsthypnose, Klangschale oder etwas Anderes, was mir gut tut. Zugegeben – das schaffe ich nicht immer, aber doch immer wieder. Zwischen jedem Termin plane ich zusätzlich 15 Minuten Puffer. Zum Trinken. Hirn lüften. Toilette besuchen und so weiter.

 

 

·     Am Morgen eines jeden Arbeitstages folgt dann die Tagesplanung. Ich hole mir alle Akten her. Arbeite mich kurz in den Fall ein, schaue mir den letzten Stand an. Welche Hausaufgaben hatte der Klient? Habe ich mir schon Notizen gemacht, was in der heutigen Sitzung weiterführend dran wäre? Ich schreibe mir kurz auf, wonach ich fragen möchte und zwei Möglichkeiten der Weiterarbeit. Falls Du Dich fragst warum zwei Möglichkeiten: immer eine, falls es nach der letzten Sitzung gut lief und eine, falls es nicht so gut lief.

    So bereite ich  alle Termine des Tages vor und habe kurz bevor der Klient den Raum betritt keinen Stress mehr – ich kenne die erste Frage, ich weiß was ich tun möchte. So lässt es sich bequem in eine Sitzung starten. 

Drei Startpunkte für Selbstfürsorge als Therapeut, Coach, Trainer und Berater

Drei Hebel habe ich Dir nun vorgestellt, an denen Du ansetzen kannst, wenn Du in Deinem Arbeitsalltag die Selbstfürsorge nicht zu kurz kommen lassen möchtest. Drei Hebel, die sich für mich bewährt haben. Hebel, die ich mir in 10 Jahren Selbstständigkeit Schritt für Schritt erarbeiten musste.

 

Du kannst sofort mit einem der drei Themen loslegen. Und doch weiß ich: wer sich im Hamsterrad befindet, dem fällt es unendlich schwer, Zeit frei zu schaufeln, um in Ruhe über etwas nachzudenken, was man verändern möchte. Da fehlt einfach die Energie, sich selbst mit dem Schopf aus dem Sumpf zu ziehen.

 

Und genau deshalb habe ich all mein Wissen über das Hamsterrad-Stoppen in einen Kurs gepackt. Der Mini-Kurs „Hamsterrad-Stopper: Selbstfürsorge für Coaches, Therapeuten, Trainer und Berater“ ist anders.

 

·        Du brauchst Dir keine 100 Videos ansehen.

·        Du musst Dir nicht täglich eine halbe Stunde freihalten.

·        Du musst Deinen Alltag nicht komplett umkrempeln.

·        Du erhältst nicht ein einziges Mal Wissen, das Du zwar toll findest, aber nächste Woche wieder vergessen hast.

Mini-Kurs Hamsterrad-Stopper Selbstfürsorge für Coaches, Therapeuten, Trainer, Berater von Julia Georgi

Mein Mini-Kurs stößt Dich über 12 Wochen lang immer einmal pro Woche mit der Nase auf das Thema Selbstfürsorge. Du erhältst per Email ein kurzes Video, ein Audio oder einen Text. Keine Sorge – Du brauchst nicht mehr als allerhöchstens 20 Minuten pro Woche dafür. Der Rest lässt sich ganz leicht in Deinen Alltag integrieren. Du kannst einmal eine Woche nicht? Die Downloads stehen Dir über ein ganzes Jahr zur freien Verfügung.

 

Darf ich Deine Begleiterin dabei sein, Deinem Hamsterrad ein Schnippchen zu schlagen

Blogparade

Dieser Artikel ist Teil der aktuellsten Blogparade von Anna Koschinski. Anna hat mich mit ihren Gedanken zum Thema "Laden am laufen halten" vs. Energie tanken und Ressourcen stärken dazu angeregt, in Worte zu fassen, wie Selbstfürsorge als Therapeut, Coach, Trainer oder Berater in der Praxis gehen kann. Was ich dafür tue. Was sich für mich in meiner Praxis bewährt.  Danke liebe Anna fürs Anschubsen.

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