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Mein ganz persönlicher Corona-Bericht

Positiver Corona Test: mein ganz persönlicher Bericht

Die Inhalte dieses Blogartikels

Die Vorgeschichte

Es gab glaube ich wenig Menschen, die sich so streng an die Corona-Regeln gehalten haben, wie unsere Familie. Wir haben niemanden getroffen. Geburtstage und Feiern ausfallen lassen. Waren überall mit Maske unterwegs. Haben ständig getestet. Nach guter Information aus mehreren seriösen Quellen habe ich mich zur Impfung entschlossen – aus voller Überzeugung. Für mich, aber vor allem auch zum Schutz meiner 3jährigen Tochter und meiner Klienten.

 

Impfung eins und zwei haben außer Schmerzen am Arm und einem Tag Schlappheit nichts an Auswirkungen gehabt. Nachdem ich einen Teil meiner Arbeit in einer Klinik absolviere, habe ich mich relativ schnell zur dritten Impfung entschlossen, mitten am Höhepunkt der Herbstwelle 2021. Und das war leider eine Fehlentscheidung. Ich bekam Herzprobleme. Natürlich kann niemand nachweisen, dass es eine Impffolge war. Ich hörte mir von Ärzten an das käme vom Übergewicht, vom Stress, von einer Erkältung (die ich nicht hatte) und so weiter. Schnell wurde mir unterstellt, ich wäre militanter Impfgegner. Wäre nur auf eine Entschädigung aus. Das alles war mir vollkommen egal. Ich wollte nur behandelt werden. Eine Sache wurde auf jeden Fall geklärt: nämlich dass ich bis dato kein Corona hatte – da sprechen die Laborwerte eine klare Sprache.

 

Und so sah meine neue Realität Anfang 2022 aus: völlig außer Atem sein schon nach kurzen Strecken. Kurze Sprints waren genauso wenig drin wie längere Spaziergänge. Selbst mein Gehtempo musste ich anpassen. Beim Treppensteigen in den ersten Stock musste ich Pause machen. Immer wieder entgleiste der Puls, was mir extrem Angst einjagte. Was soll ich sagen: man lernt mit vielen Dingen zu leben. Sich anzupassen. Hausmittelchen herauszufinden, die unterstützen. An dieser Stelle gilt meiner Apothekerin in Bad Griesbach großer Dank, die mir dabei geholfen hat, Erleichterung zu finden. Zum Glück für mich verbesserten sich die Symptome mit den Monaten.

 

Alles in allem war mir klar: eine vierte Impfung wird es für mich nicht geben. Ebensowenig wie eine Impfung für meine Tochter. Das ist meine neue Wahrheit. 

So habe ich von meiner Infektion erfahren

Und nun ins Hier und Jetzt: In der Nacht zum Freitag geht es mir bescheiden. Schwitzen, so dass das Wasser sich in kleinen Rinnsalen einen Weg über meinen Körper bahnt. Dann Zittern, obwohl es Hochsommer ist. Fieber. Ich merke, irgend etwas tobt in meinem Körper. Mein Kopf droht fast zu zerspringen. Die Augen schmerzen. Die Nase läuft. Und ich bin so unendlich müde. Gleich morgens mache ich einen Schnelltest. Und sobald sich die Flüssigkeit nach oben gesaugt hat, prangt da ein fetter roter Strich im Test-Feld.

 

Im ersten Moment bin ich ganz ruhig. Ich habe es fast geahnt. Am Freitag hatte ich zum ersten Mal seit über zwei Jahren wieder Kontakt zu mehr als zehn Menschen – ohne Maske. Bei einer wunderbaren Veranstaltung mit Oldtimertreffen, Schifffahrt mit Gala-Dinner und Feuerwerk. Es hätte schon echt Glück bedeutet, wenn kein Infizierter an Bord gewesen wäre.

 

Im nächsten Moment wird mir meine Verantwortung bewusst: allen Bescheid sagen, mit denen ich gestern Kontakt hatte. Praxis- und Mentoring-Termine für die nächsten Tage absagen. Und vor allem plagt mich die Frage: wie organisiere ich mein Familienleben? Zunächst einmal bin ich froh, dass mein Kind im Kindergarten ist und mein Mann in der Arbeit. Das gibt mir Zeit nachzudenken. 

Corona Tag 1

Aber bevor ich darüber nachsinnieren kann, muss ich erst einmal Fakten schaffen. Sprich: ein PCR-Test muss her. Dazu muss ich zum Hausarzt fahren. Und mir drängt sich der Gedanke auf: Kann ich in dem Zustand überhaupt fahren? Weil ich ja niemand anderen bitten kann, mich hinzubringen, nicht einmal ein Taxi, steig ich ins Auto. Und es geht besser als gedacht.

 

Beim Hausarzt wird mir dann klar, dass Corona tatsächlich so etwas Ähnliches bedeutet wie aussätzig sein. Ich muss auf Behandlung vor der Tür warten. Obwohl mein Kopf das natürlich versteht und ich das, wäre ich selbst Patient ohne Corona und säße im Wartezimmer, sehr begrüßen würde, fühle ich mich wie ein angebundener Hund – nur ohne Leine.

 

Der Abstrich wird dann Gott sei Dank rasch genommen, ich werde in fünf Sekunden über Symptome befragt. Und dann – passiert über eine halbe Stunde nichts. Ich sitze schwitzend, frierend, krank vor der Tür und warte darauf, dass die Ärztin mir sagt, wie es weitergeht. Während dieser Zeit gehen einige andere Patienten an mir vorbei. Jeder fragt mich, ob man hier warten muss, ob man sich vorher telefonisch anmelden muss. Ich mache den Einweiser, habe allerdings keine Lust zu betonen, dass ich auf der „Stillen Treppe für Corona Patienten“ sitze.

 

Endlich kommt die Ärztin wieder heraus. Sie überreicht mir den Zahlencode, unter dem ich das Ergebnis meines PCR-Tests abfragen kann. Erleichtert darüber endlich aufstehen zu dürfen, mache ich mich auf den Weg nach Hause. Ich bin unendlich froh, als ich die Haustür aufschließe.

 

Anders als gedacht, überfällt mich plötzlich ein Hungergefühl und ich gebe ihm nach. Und dazu Durst. Ich habe große Lust auf Orangensaft und auch dem gebe ich nach. Der Körper wird schon wissen, was er da tut – das habe ich während meiner Schwangerschaft gelernt.

 

Gleich nach dem Essen lege ich mich ins Bett und schlafe tief ein. Bis es an der Haustür klingelt und eine liebe Freundin meine Tochter aus dem Kindergarten bringt. Mist, wie soll das jetzt gehen, mich um sie zu kümmern. Ich fühl mich wie vom LKW überfahren. Und ich will sie nicht anstecken. Wir segeln durch den Nachmittag, mit Fernsehen, draußen im Schatten sitzen während sie schaukelt. Ich vermeide es, sie zu küssen, zu umarmen oder ihr zu nahe zu kommen. Während dieser paar Stunden muss ich ihr mehrfach erklären, dass ich dies oder jenes gerade nicht kann. Aber in wenigen Tagen geht das wieder. Ich habe ein schlechtes Gewissen.

 

Um 18 Uhr kommt mein Mann von der Arbeit nach Hause. Mit Abendessen. Mit Abstand, aber doch am gleichen Tisch nehmen wir das Essen ein. Und in meinem Kopf rattert es. Das ist nicht gut. Das sollten wir nicht tun. Was wenn ich alle anstecke? Ich beschließe, auf jeden Fall getrennt zu schlafen, denn in der Nacht, wenn man sich so nahe ist, alle in einem geschlossenen Raum, ist wohl die Viruslast am höchsten – zumindest in meiner Vorstellung.

 

Womit ich allerdings nicht gerechnet habe: als ich das meiner Tochter erkläre, weint sie und umklammert meine Beine. Ich bringe sie jeden Tag ins Bett und bleibe dort, bis sie eingeschlafen ist. Sie versteht nicht, warum es jetzt anders sein soll. Das zerreißt mir das Herz. Ich übergebe sie dem Papa, erkläre ihr nochmal, dass das nur für ein paar Tage ist, bis Mama gesund ist und deswegen, damit sie nicht krank wird. Ich würde sie so gerne küssen und halten – und darf es nicht. Die Wucht dieses Gefühls haut mich um. Ich gehe in meinen „Isolationsraum“ und weine. Und dann schlafe ich mit Unterbrechungen zum Trinken und Schlafanzug wechseln 14 Stunden. 

Die pure Erschöpfung an Tag 2

Der zweite Tag bricht an und mein Mann hat meine Tochter mit zum Flohmarkt genommen. So kann ich mich für einen Moment frei im Haus bewegen. Alle Fenster und Türen sind dabei offen. Ich frühstücke, höre Hörbuch und male mir aus, wie ich schlimmstenfalls zehn Tage so verbringen soll. Ich denke an all diejenigen, die tagelang in einem Krankenhauszimmer eingesperrt waren – ganz ohne Kontakt nach außen. An die, die in einer kleinen Mietswohnung ohne Balkon leben. Und fühle mich schon wieder privilegiert im Haus mit Garten, während ich Schleim hervorwürge wie die Katze ihre Haarbälle. Übrigens spannend an dieser Stelle: meine treue Mietzi hat sich sofort neben mir einquartiert und lag an meinen Beinen.

 

Meinem Kopf geht es besser – und ich nutze es prompt um über die nächsten Tage nachzudenken. Finanzielle Ausfälle durch abgesagte Termine zu berechnen. Ob ich wohl zum Sommerfest des Kindergartens wieder fit sein werde? In einer Woche kommt auch mein Stiefsohn mit dem Zug an – bis dahin muss ich negativ sein. Wir sehen ihn doch ohnehin nur so selten und freuen uns alle auf ihn.

 

Und mir drängt sich diese Ironie auf: nach 5 Tagen kann ich mich testen, wenn ich symptomfrei bin. Das ist mir jetzt schon klar, dass das nicht so sein wird. Dann geht es wieder nach sieben Tagen und nach neun. Wenn ich bei Tag neun noch positiv bin, bin ich aber nach Tag zehn raus aus der Isolierung – ohne Test. Sinnfrei. Damit gefährde ich doch auch meine Patienten, oder? Ich beschließe, auf jeden Fall zu warten, bis mein Schnelltest negativ ist, bevor ich wieder arbeite oder einkaufen gehe.  

 

Der Tag vergeht mit einem Wechsel aus Wach- und Schlafphasen. Mein Körper braucht noch Ruhe. Kurz ist auch drin, ein paar Seiten zu lesen. Passenderweise habe ich mir das Buch „Das Universum liefert immer zweimal“ * von Sarah Hertz vom Stapel noch zu lesender Bücher gezupft. Dann gebe ich gleich mal meine Bestellung auf: ein negativer Schnelltest, spätestens an Tag 7.

 

Abends weint meine Tochter Gott sei Dank nicht, sie ist wohl vom Tag zu müde. Ich fühle mich durch das viele tagsüber Schlafen noch relativ fit. Und gönne mir einen DVD Abend mit einer meiner Lieblingsserien: Private Practice. Nach zwei Folgen streiche ich dann aber schon wieder die Segel. Diese Nacht nerven mich Rückenschmerzen. Ich merke, dass ich nicht in meinem genau für meinen Körper optimierten Bett schlafe. Aber es hilft ja nichts. Alles könnte auch schlimmer sein, denke ich mir, und schlafe wieder ein. 

Immer noch richtig krank an Tag 3

Katze beim Kuscheln
Meine Katze Frieda spürt sofort, wenn es mir schlecht geht und bleibt bei mir, obwohl sie sich ansonsten die Kuschelstunden eher auswählt

 

Morgens kuschelt sich wieder die Katze an mich. Sie kann es gar nicht leiden, dass mein Rücken mich zwingt, mich ständig umzudrehen. Entnervt gibt sie nach einer Stunde auf und flieht aus dem Zimmer.

 

Eine ausgiebige Dusche macht mich wieder zu einem Menschen. Ich begebe mich zum Familientreffpunkt nach draußen. Dort lasse ich mir von meiner Tochter die neuesten Schnäppchen vom Flohmarkt vorführen und ich schubse sie beim Schaukeln an. Über den Zaun mit zehn Metern Entfernung spreche ich mit meinen Nachbarn. Es ist unglaublich, wie sehr ich nach dieser kurzen Zeit nach sozialem Kontakt hungere. Wie sehr ich mich nach einer Umarmung sehnen würde.

 

Stattdessen höre ich von meinem Mann: „Wir isolieren sie. Und sie bekommt dann immer ihre Essensportion unter der Tür durch geschoben.“ Was haben wir gelacht. Die ersten beiden Male war es irgendwie noch lustig. Mittlerweile kann ich es kaum ertragen. Genauso wenig wie das „Komm mir nicht zu nahe“ wo ich doch ohnehin so sehr selbst darauf achte. Ich weiß er meint es nicht böse, aber ich bin dünnhäutig.

 

Den Höhepunkt erreicht mein blödes Gefühl, als meine Tochter von einem Insekt, fraglicherweise einer Wespe, gestochen wird und ich sie nicht in den Arm nehmen kann, als sie weint. Immerhin kühle ich ihr die Stichstelle mit Eiswürfeln, auf Armlänge entfernt und hole die Apis-mellifica-Globuli. Es macht mich hilflos und wütend, nicht mehr tun zu können. Dann kommt noch der Anruf des Stiefsohns, der gerne sein Zugticket buchen würde für das Wochenende und der jetzt erfährt, dass ich Corona habe. Er hat jetzt Angst, dass er sich hier infizieren könnte und danach seinen Hawaii-Urlaub mit seiner Familie nicht antreten könnte. Es würde mir unendlich leid tun, wenn er nicht käme.

 

Irgendwie kann ich diesen Gefühlsansturm gerade schlecht aushalten und flüchte in mein Isolationszimmer. Ich lege mich wieder ins Bett und gebe meinem Körper Ruhe, damit er baldmöglichst fit ist.  

An Tag 4 schlägt der Horror zu

Zum ersten Mal geht es mir ein klein wenig besser. Wahrscheinlich habe ich das Virus ausgeschwitzt. Doch dieses Lichtlein am Ende des Tunnels wird schnell zum Buschfeuer, als ich zwei Dinge bemerke. 

 

Erstens stelle ich beim Frühstück fest, dass ich überhaupt nichts schmecke. Riechen geht etwas, schmecken gar nicht. Das macht mir als Genussmensch wirklich Panik. Und zweitens zeigt der Corona-Test meines Mannes nun ebenso zwei Striche an wie meiner. Ihm geht es plötzlich über Nacht schlechter. Und so fällt es wieder hauptsächlich mir zu, mich um unsere kleine Maus zu kümmern. Wir wechseln also das "Isolier-Schlafzimmer". 

 

Das alles überfordert mich noch. Ich bin immer noch müde und krank. Aber es nützt ja nichts. Gott sei Dank gibt es Fernsehen und CD-Player. So kann ich wenigstens zwischendrin mal die Augen schließen und mich hinlegen, während mein Kind beschäftigt ist. Es macht mir ein schlechtes Gewissen. Aber es ist notwendig.

 

Dazu kommt, dass damit natürlich in Bezug auf den Besuch des Stiefsohns sowie das Sommerfest der Tochter die Würfel gefallen sind. Beides wird für uns nicht stattfinden. Grausam.

Funktionieren und Phantasieren an Tag 5-7

Langsam stabilisiere ich mich wieder. Ich stell mir ständig vor, dass am Tag 7 mein Test negativ sein wird. Dass ich dann wieder raus kann, einkaufen, spazieren, Menschen treffen. Man glaubt ja gar nicht, wie sehr einem das nach so kurzer Zeit fehlen kann. Ich glaube das Problem ist dieses "du darfst nicht". Ich bin unendlich dankbar dafür, nicht in einer Zwei-Zimmer-Wohnung ohne Balkon zu leben. Der Garten wird für die nächsten Tage Stätte der Familienbegegnung und Wohlfühlort. Wobei die Hitze das Wohlfühlen schon einschränkt, besonders hinsichtlich des Kreislaufes. 

Physalis aus dem eigenen Garten
Wenigstens eine kleine Freude: im Garten wächst und gedeiht alles. Auch die Physalis sind nun reif.

 

An Tag 7 prangen da immer noch zwei dicke fette Linien auf dem Schnelltest. Nicht einmal eine schwache Linie war mir vergönnt als Hoffnung. 

Das darf doch alles nicht wahr sein an Tag 8-13

Ich beschäftige mich zusammen mit meiner Tochter mit einer schönen Sache: Wir wollen zwei Kaninchenbabies bei uns aufnehmen, ungeplanter Nachwuchs direkt hier aus unserem Dorf. In den nächsten Tagen beschäftigen wir uns damit, was wir alles dazu brauchen: vom Hasenstall über ein artgerechtes Freigehege, von Ernährung bis Impfung. Gedanklich in ein schönes Thema einzutauchen, entspannt mich etwas und so stabilisiere ich mich auch mental immer mehr. 

 

 

Kaninchenbabies
Das schwarze Männchen "Marshall" und das weiße Weibchen "Snowball" haben wir mittlerweile adoptiert

Es ist Tag 9. Für morgen hätte ich Karten für die Kaltenberger Ritterspiele. Für mich DAS Highlight des Sommers. Durch die Pandemie fand es die letzten beiden Jahre nicht statt und ich freue mich seit Wochen wie ein Schneekönig. Aber: mein Test ist immer noch positiv. Ich hoffe auf Tag 10 - bis....

 

Ja, bis nun auch der Test meiner Tochter ein positives Ergebnis bringt. Ich könnte ausflippen, raufe mir die Haare. Bin traurig, in Sorge um mein Kind. Ich könnte mich ohrfeigen dafür, mich die ersten Tage so fern von ihr gehalten zu haben wo sie es doch sowieso bekommen musste. Es wäre uns allen viel Leid erspart geblieben. Gott sei Dank trifft es sie nicht so hart. Sie klagt vor allem über Bauchschmerzen und hat ein paar Mal Durchfall. Ansonsten fehlt ihr wie durch ein Wunder nichts. 

 

Erst an Tag 13 ist mein Test negativ. Unglaublich. Mir ist aber wichtig, verantwortungsvoll damit umzugehen. Nicht einfach: ich darf an Tag 10, also gehe ich, egal was die Realität ist. 

 

Die Freiheit winkt. Ich will unbedingt gleich einkaufen gehen. Es hat 34 Grad. Mein Kreislauf übersteht die Autofahrt ganz gut. Nicht aber den Unterschied Klimaanlage im Lebensmittelmarkt und dann nach draußen kommen. Ich muss mich in meinen Kofferraum setzen. Mir ist schwarz vor Augen. Kalter Schweiß. Eine Frau hält ihr Auto an und fragt, ob sie mir helfen kann. Diese schöne Geste bringt mich wieder zurück ins Hier und Jetzt. Ich meistere den Einkauf. Und danach liege ich erst einmal flach. Von normaler Form kann noch nicht die Rede sein.

Das Nachspiel - warum Corona nicht vorbei ist nur weil man es will

Nach zwei Wochen bin ich wieder in der Arbeit. Morgens habe ich das Gefühl, dass mir auf dem Weg dorthin die Augen zufallen. Maske zu tragen und dabei normal zu atmen fällt mir noch sehr schwer. Nach einem halben Tag bin ich total fertig. Aber ich zwinge mich zum Weitermachen, denn Urlaub ist ohnehin in Sicht. Mein geliebtes Zillertal wartet, was machen da schon ein paar Tage?

 

Und dann kommt er der Urlaub, und ist wunderschön. Eine Woche lang das Gefühl, gesund zu sein, auch schon wieder beim Wandern recht fit zu sein. Ich dachte, ich habe das Virus besiegt. Ich dachte, mein Akku sei wieder aufgetankt, körperlich und seelisch. 

 

Leider habe ich am Tag nach unserer Rückkehr Atemnot. Also ab zum Bereitschaftsarzt, denn es ist Freitag Abend. Ich bin positiv überrascht, denn der Arzt ist wirklich nett und kompetent. Ich folge seiner Empfehlung und bin erst einmal erleichtert. Doch dann kommt die Nacht. Ab zwei Uhr morgens verbringe ich den Rest der Nacht im Kutschersitz und atme mit Lippenbremse. Hey, gut dass ich Hypnotherapeutin bin, da kann ich mir gleich selbst die Panik nehmen. Ironie off. Es klappt tatsächlich mit entsprechenden Übungen ganz gut. Ich will unbedingt auf den Morgen warten um dann erneut zum Bereitschaftsdienst zu gehen. Auf keinen Fall will ich stationär ins Krankenhaus. 

 

Mein Mann fährt mich also zum zweiten Mal innerhalb von 12 Stunden ins Klinikum Passau. Auf dem Weg zu den Räumlichkeiten des Bereitschaftsdienstes muss ich alle paar Meter Pause machen. Mit Maske bekomme ich kaum Luft. Mein Atem dröhnt in der Leere der Räume so laut, dass es mir selbst gruselt. Und dann ist da Gott sei Dank diese nette Ärztin, die mich sieht und sofort mit Asthmaspray versorgt. Aufatmen. Salbutamol ohne Asthma zu haben. Von einem Tag auf den nächsten. Das ist sportlich. Dazu bekomme ich noch Antibiotikum, Ibuprofen, ACC und auch mein Blutdruck spielt wegen der ganzen Aufregung und dem Medikamentencocktail verrückt. 

 

Zu Hause bin ich erst einmal erleichtert. Ich kann halbwegs normal atmen. Die Angst legt sich. Aber das ganze Spiel beginnt von vorne: ich ziehe aus dem Schlafzimmer aus, um Tochter und Mann nicht zu stören. Und während ich diese Zeilen schreibe, warte ich darauf, dass mich meine Gesundheit wiederfindet. 

 

 

Meine Moral aus der Geschichte: Corona ist kein Schnupfen und alle, die das behaupten verschließen die Augen vor der Realität, die - zugegeben - für jeden anders sein kann. Zu früh durchzustarten birgt das Risiko eines Rückfalls. Und: Leute, Familie ist alles. Liebt euch und genießt das Leben!

 

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