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Visionboard erstellen - so geht´s!

Julia Georgi beim Visionboard erstellen

 

Es war 2011. Und es war Liebe auf den ersten Blick, als ich mein erstes Visionboard erstellen durfte. Ich war gerade dabei, meine eigene Praxis zu gründen. Als gefühlsbetonter Mensch war mir eins sonnenklar: dieses Projekt darf nicht nur aus einem Businessplan, vielen Zahlen und klar getakteten Zielen bestehen. Es geht um Sehnsüchte und Träume darüber, wer ich in meiner Praxis sein möchte. Und die müssen für mich sichtbar werden, so dass ich sie immer vor der Nase habe, auch wenn es mal nicht nach Plan läuft. Aus heutiger Sicht hat mich dieses Stück Papier mehr als einmal davor bewahrt, falsche Entscheidungen zu treffen. Es hat mich daran erinnert, was ich wirklich will.  

Die Inhalte dieses Blogartikels

Was ist ein Visionboard?

Ein Visionboard ist eine Sammlung von Bildern, die Deine Lebensträume und Visionen sichtbar und somit erlebbar macht. Siehst Du Dir die Bilder an, tauchst Du direkt in das zugehörige Gefühl ein, wie es ist, wenn Du alles erreicht hast, wovon Du träumst.

 

Eine solche Bildersammlung kann sich rein auf Deine berufliche Tätigkeit, rein auf Dein Privatleben oder aber auf beide Bereiche beziehen. Möglich sind aber auch Visionboards zu speziellen Lebensthemen (zum Beispiel „Ich als Mama“) oder Teilbereichen Deiner Persönlichkeit (zum Beispiel „Mein Körper“).

 

Persönlichkeitscoaches und Marketing-Experten schreiben häufig, dass es darum geht, Deine Ziele vor Augen zu haben. Ziele sind jedoch nach der S-M-A-R-T Formel realistisch und terminierbar. Eine Vision zu haben – im Business oder privat – ist aber mehr als ein Ziel umzusetzen. Eine Vision muss noch nicht greifbar sein. Sie darf die Latte hoch legen. Du brauchst noch keinen Plan, wie genau Du dort hinkommst.

Was bringt es, einen Traum sichtbar zu machen?

Indem Du Dich über die Bilder mit dem Gefühl verbindest, bereits Deinen Traum zu leben, programmierst Du Dein Unterbewusstsein. Du legst im Hirn quasi einen neuen Ordner an. Je öfter dieser Ordner aufgerufen wird, desto mehr verfestigt sich die neurologische Verknüpfung. Dein Hirn weiß: Ah, das scheint wichtig zu sein. Und so kann sich Dein Unterbewusstsein, während Du gerade damit beschäftigt bist, Deinen Alltag zu rocken, damit befassen, Dinge zu suchen, die zu Deinem Wunschgefühl und Deiner Vision passen. Es ist dann eben kein Zufall, wenn sich plötzlich eine Tür öffnet. Wenn sich plötzlich innerhalb einer Woche fünf neue Klienten in Deiner Praxis anmelden, obwohl in den letzten Wochen Flaute war.

 

Ein Visionboard schafft zudem Motivation, dranzubleiben. Viele begraben ihre Träume zu schnell wenn mal stürmischer Gegenwind aufkommt. So weißt Du immer wieder, wofür Du so hart arbeitest.

 

Schon das Erstellen einer solchen Bildersammlung bringt unglaubliche Klarheit über die Richtung, in die Du Dich entwickeln möchtest. So lassen sich auch konkrete Schritte in diese Richtung planen und umsetzen. Deine Collage ist also keineswegs nur ein Bild, das Du Dir vor die Nase hängst, es bringt Dich auch dazu, anzufangen und vorwärts zu gehen – Schritt für Schritt. 

Wie erstelle ich ein Visionboard?

Finde heraus was Deine Vision ist

Würde es rein um Ziele gehen, hätte ich Dir geraten, Dich mit Zettel und Stift bewaffnet hinzusetzen und darüber nachzuhirnen, was Du erreichen möchtest. Hier ist aber mehr gefragt als Hirnschmalz. Es geht um tiefe Sehnsüchte. Und darum zu sein, wer Du wirklich bist. So zu leben und zu arbeiten, wie es am besten zu Dir passt. Es geht darum, was Dich glücklich macht. Um an diese sehr mit Emotion verbundenen Themen heranzukommen empfehle ich Dir die Arbeit mit der Wunderfrage

Finde passende Bilder

Zunächst einmal lade ich Dich ein, Dein Handy und alte Fotoalben zu durchstöbern. Nach Dingen, die Du fotografiert hast, weil sie Dich fasziniert haben, weil sie Dir gefallen haben, weil Du Dich dort gut gefühlt hast. Besonders Bilder von Urlaub und Tagesausflügen sind meistens gute Quellen.

 

Die nächste Möglichkeit, passende Bilder zu finden sind Bilddatenbanken mit lizenzfreien Fotografien. Diejenige, die ich am meisten nutze ist Unsplash. Dort findest Du jede Menge kostenlos nutzbare Stockfotos. Auch Pixabay oder Pexels bieten sich zu diesem Zweck an. Oder aber Du nutzt Bilder, die in Grafikdesign-Programmen wie Canva kostenfrei enthalten sind. 

 

Vielleicht auf den ersten Blick ein bisschen oldschool, aber wie ich finde sehr nützlich ist es, Zeitschriften durchzublättern und passende Bilder oder auch gerne Worte und Sätze herauszutrennen. Immer fündig wurde ich zum Beispiel bei GEO

Die Qual der Wahl: Analog, digital oder doch mit Hilfe einer App

Wenn es um Träume und Visionen geht, liebe ich analoges Arbeiten. Eine Möglichkeit ist, eine Anreizcollage zu fertigen. Dazu blätterst Du - Deine inneren Bilder aus der Arbeit mit der Wunderfrage im Kopf - durch verschiedene Zeitschriften. Reiße das aus, was Dich spontan anspricht, egal ob Wort, Satz oder Bild. Nimm Dir für die Bildersuche ungefähr 30 Minuten Zeit. Das ist die ideale Zeitspanne, um nicht oberflächlich heranzugehen, sich aber andererseits auch nicht zu verlieren. Im Anschluss klebst Du alles, was Du gefunden hast, als Collage auf ein Blatt von mindestens DIN A 4-Größe. Du ordnest alles so an, dass Du mit dem entstandenen Bild selbst zufrieden bist. Warum ich von „Reißen“ gesprochen habe und nicht von „Schneiden“? Du vergrößerst damit das haptische Erlebnis und setzt ein Zeichen gegen allzu großen Perfektionismus. Denn es geht nicht um Kunst, sondern darum, Emotion möglich zu machen.

 

Eine weitere Möglichkeit für analoges Gestalten wäre, Bilder auszudrucken und zum Beispiel an einer Pinnwand oder einem Wandgitter zu befestigen. Interessant sind auch Bilderrahmen mit mehreren Fenstern.

 

Bist Du eher der digitale Typ wäre meine erste Empfehlung Canva. Mit diesem intuitiv zu bedienenden Grafikdesign-Tool lassen sich wunderbare Fotozusammenstellungen designen. Viele Stockfotos und Vorlagen kannst Du auch schon in der kostenlosen Version benutzen. Auch PicMonkey bietet tolle, individuell veränderbare Vorlagen. Deren Service kannst Du sieben Tage lang kostenlos testen. Desygner ist ebenfalls ein Grafikdesign-Programm, mit dem Du als Laie lizenfreien Content findest und Deine eigenen Ideen kreativ verwirklichen kannst – inklusive 14 Tage kostenlosem Test.

 

Wenn Du Dich in Pinterest angemeldet hast, kannst Du aus den von Dir ausgewählten Pins eine Collage erstellen und die Bilder in Größe und Ausrichtung verändern oder sie mit einem Rahmen versehen.

 

Möchtest Du Dein Visionboard zwar am Bildschirm zusammenstellen, aber danach ausgedruckt zum Blättern vor Dir liegen haben, erlaubt das zum Beispiel Visionbook. Damit lassen sich sehr wertige Kreationen erstellen. Udreamr bietet zum Beispiel die Möglichkeit, ein Poster anfertigen zu lassen, das Du Dir an die Wand hängen kannst.

 

Wer nach einer App sucht, um seine Ideen immer am Handy mit sich tragen zu können, kann zum Beispiel Subliminal Visionboards! nutzen. Die App ist kostenpflichtig. Sie bietet nicht nur die Möglichkeit, beliebig viele Collagen zu erstellen und zu speichern, sondern unterstützt Deine Bilder noch mit spezieller Trancemusik, so dass Dein Unterbewusstsein optimal stimuliert wird. Visuapp hingegen ist kostenlos und bietet die Möglichkeit, sogar positive Affirmationen zu notieren und Dankbarkeitstagebuch zu führen.

Beispiele verschiedener Visionboards

Visionboard Anreizcollage
Eine Anreizcollage, entstanden innerhalb meiner Challenge "Ziele, Träume, Visionen 2021" für den Lebensbereich Freizeit
Visionboard mit Canva erstellt
Eine mit Canva erstellte Collage zum Thema "Meine Vision 2022"
Visionboard auf Korkpinnwand
So könnte eine Fotosammlung an Deiner Pinnwand aussehen zum Thema "Meine Praxis 2022" (weil gerade keine Pinnwand zum Fotografieren verfügbar war, beispielhaft erstellt mit Canva)

Bildersammlung erstellt - und wie geht es jetzt weiter?

Die wichtigste Sache ist, dass Du Deine Collage nicht einfach anfertigst und dann nie wieder ansiehst. Die Wirkung zeigt sich nur, wenn Du damit arbeitest. Am besten täglich. Dabei muss die Arbeit damit nicht immer bewusst passieren.

 

Ich rate dazu, das Visionboard dort zu platzieren, wo man es mehrmals täglich sehen kann – und wenn auch nur aus dem Augenwinkel. Entweder hängst Du es über dem Schreibtisch auf oder neben der Tür in Deinem Büro. Ich persönlich habe die digitale Version meiner Collage als Desktophintergrund am Laptop.

 

Einmal täglich darfst Du Dich dann bewusst mit Deinem Bild verbinden, in Deine Träume und Visionen eintauchen und in dem Gefühl baden, wie es dann ist, wenn Du all das wirklich erreicht hast.

 

Und zuletzt noch eine Sache, die viele vergessen: Unterbewusstsein programmieren schön und gut. Du solltest aber auf bewusster Ebene auch den Startschuss geben. Definiere doch einen klitzekleinen ersten Schritt hin zur Erfüllung Deines Traums. Womit fängst Du an, in die richtige Richtung zu laufen? Was ist Dein erster Schritt?


Und nun bist Du dran: beschäftige Dich mit Deiner Vision, mache sie sichtbar und arbeite mit ihr. Berichte mir gern von Deinem Ergebnis in den Kommentaren.

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